RSS

Archiv der Kategorie: Interviews & Mehr

Interview: Flavio Redlich

13393170_1230140553663003_2013122663_n

Interview

Hallo Flavio, „Zur Hölle geht’s da lang“ ist dein Debütroman. Warum hast du für dein erstes Buch gerade das Funny Fantasy Genre gewählt?
Seit der Kindheit lese ich gerne lustige fantastische Romane, die mich in eine eigene Welt führen und mir dabei ausgelassenen Lesespaß schenken – also, wie verrückt die jeweilige Situation auch sein mag, sie wird immer auf eine humorvolle und locker-luftige Weise erzählt. Das entspricht meinem Wesen und der Art, wie ich die Welt wahrnehme. Dazu kommt, dass ich eine blühende Phantasie habe, die ich in meinem Erstlingswerk ungezügelt ausgelebt habe.

Hast du Vorbilder, die dich zum Schreiben inspiriert haben?
Auf jeden Fall: Hierzu zählen die Helden des Funny Fantasy Genres wie z.B. Douglas Adams, Terry Pratchett, Christopher Moore, Roald Dahl und natürlich Walter Moers. Weiterhin haben mich auch Autoren beeinflusst, die nicht direkt zur Fantastik gehören, aber ebenfalls schwarzhumorig schreiben: z.B. T.C. Boyle, Tim Robbins, Dave Barry und Matt Ruff.

Was ist das Besondere an „Zur Hölle geht’s da lang“? Warum darf dieses Buch in keiner Fantasy-Sammlung fehlen?
Mein Roman enthält viele überraschende Wendungen, ist sehr kurzweilig zu lesen und bietet damit, wie ich finde, spannende fantastische Unterhaltung. Zwischen den Zeilen transportiert er auch eine spirituelle Message, die aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem liebevollen Augenzwinkern vermittelt wird. Und klar, man erfährt, wo’s zur Hölle geht – was durchaus praktisch sein kann, wenn man auf keinen Fall dorthin will.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du weitere Fantasybücher geplant oder schreibst du gerade an einem neuen Roman?
Ich habe einen fertiggestellten unverlegten Männerroman „Don Carlos – verheiratet mit der Mafia“ in der Schublade und schreibe zurzeit an einem Fantasy-Krimi, dessen Plot sich um eine Mordserie in der Philharmonie dreht. Weiterhin plane ich, einen Märchen/Fantasygeschichten-Band für Kinder und Jugendliche zu veröffentlichen.

Advertisements
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 5. Juli 2017 in Interviews & Mehr

 

Schlagwörter: ,

Timo Leibig – Zweites Interview

timo_leibig_schriftsteller

Hallo lieber Timo 🙂 !

Erneut habe ich die Ehre dich interviewen zu dürfen, dass freut mich wirklich sehr.

Kannst du mir das Gefühl beschreiben, wie es eigentlich ist, sein eigenes Buch in den Händen zu halten ? Und wie ist es nun für dich eine Reihe von Büchern auf den Markt zu haben ?
Timo: Das Gefühl, das eigene Buch in Händen zu halten, ist gigantisch. Erhöhter Puls, leicht schwitzige Handflächen, gerötete Wangen. Es ist das Endprodukt von Monaten Arbeit. Es fühlt sich immer toll an, wenn man sieht, was man geschaffen hat. Übrigens: Da kann ein E-Book gegenüber dem Taschenbuch nicht mithalten. Interessanterweise ist dieses Glücksgefühl bei jedem neuen Buch gleich. Insofern ist es für mich nicht so wichtig, wie viele Bücher ich auf dem Markt habe, aber natürlich begutachtet man schon hin und wieder die Buchrücken im Regal. Ein wenig Motivation muss schon sein.

Gibt es einen festen Ort, an dem du deine Bücher schreibst ?
Timo: Nein. Ich schreibe überall; am Schreibtisch, im Wohnzimmer, im Zug, unterwegs. Sogar im Badezimmer liegt ein Notizbuch.

Wie sieht es mit der Bindung zu deinen entworfenen Charakteren aus ?
Timo: Das ist ganz unterschiedlich. Ich hätte jetzt schon ein Problem, Leonore Goldmann oder Walter Brandner über die Klinge springen zu lassen, aber die Geschichten entwickeln sich einfach. So wie es kommt, so kommt es.

Haben deine Charaktere Eigenschaften beziehungsweise Wesenszüge von dir ?
Timo: Ich denke, dass sich das nicht eindeutig beantworten lässt. Jeder Charakter entstammt meinem Denken, insofern hat auch jeder in gewissem Maß Wesenszüge von mir. Aber eindeutig benennen kann ich es kaum. Einzig die Bodenständigkeit von Walter und Leonore sind auch mein Ding.

Wird es weitere Goldmann und Brander Teile geben ?
Timo: Na klar! Der Grenzgänger ist der vierte Fall. Aktuell plane ich schon Fall fünf, und Ideen gibt es eine ganze Menge. Es wird also mit dem Team um Leonore und Walter sicher weitergehen.

Was möchtest du deinen Lesern gerne noch mitteilen ?
Timo: Dass sie die besten sind. Ich freue mich über jeden und besonders über Rückmeldungen zu den Geschichten. Daraus lerne ich, was den Leser gefällt und was nicht, und kann so meine Schreibe optimieren. Ich möchte ja bestens unterhalten.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 11. März 2017 in Interviews & Mehr

 

Schlagwörter: ,

Cody McFadyen Interview

Nach ewig langer Zeit, um genauer zu sagen 5 Jahre ist Cody mit dem Buch „Die Stille vor dem Tod“ zurück gekehrt.
Ich durfte ihn auch endlich mal persönlich treffen, da der Autor sogar nach Deutschland kam. Er ist wirklich ein sehr sympathischer Mann !
Cody hat mich überglücklich gemacht, in dem er alle meine Bücher -in diesem Fall sechs !- signiert hat !

Bastei Lübbe hat ein schönes kleines Interview mit Cody geführt und dort könnt ihr euch selbst von ihm überzeugen und mehr erfahren 😉

Momentan lese ich selber noch an dem Buch und bisher bin ich sehr begeistert.
Natürlich gibt es wieder eine Bewertung von mir, wenn ich damit fertig bin !

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 4. November 2016 in Interviews & Mehr

 

Schlagwörter: , , ,

Short Story von Timo Leibig

timoleibig_shortstory_happyhalloween

Der liebe Timo hat eine kleine Short Story zu Halloween geschrieben.
Ich finde sie einfach grandios und liebe einfach seinen fantastischen Schreibstil.
Für mich war die Kurzgeschichte wahrlich viel zu kurz und würde am liebsten mehr davon lesen 😀

Demnächst lese ich endlich von ihm „Totenschmaus“ und berichte wie eh und jeh.

Aber nun zu der Short Story, viel Spaß beim lesen und schaut doch mal bei ihm vorbei 😉

Homepage: http://www.timoleibig.de/shortstories.php
Facebook: https://www.facebook.com/TimoLeibigAutor/?pnref=story


Happy Halloween

In den Straßen brennen Feuer; in Mülltonnen, in aufgestellten Grills, in selbst gebastelten Feuerstellen.

In unserem Vorgarten knistert es beschaulich in einer Schale aus solidem Eisen. In der Hofeinfahrt der Müllers züngeln die Flammen meterhoch, lecken fast am Dachgiebel ihres Architektenhauses, verwandeln den Hof in den Postkartentraum einer Lagerfeuerszenerie. Ich recke den Kopf, spähe über die frisch gestutzte Thujahecke, um zu sehen, was die Nachbarn dieses Jahr abfackeln.

Sie haben sich nicht lumpen lassen, aber das war auch nicht zu erwarten gewesen. Es ist ein nigelnagelneues Stoffsofa, mit zwei oder drei Flaschen Brennspiritus übergossen, mittig in der Hofeinfahrt platziert. Die Möbelspedition hat es gestern erst geliefert – der fiepende Laster mit dem roten Stuhl auf den Seiten hatte mich aus dem Schlaf gerissen, und das an meinem freien Tag.

Die Müllers sitzen mit ihren hippen Freunden auf Bierbänken in genügend Abstand um das Sofa herum, um sich nicht die geschnitzt wirkenden Bärte und die prallen Dekolletés von der Hitze verbrennen zu lassen. Ihre Gesichter sind orangerot schimmernde Inseln in der Dunkelheit. Bierflaschen klirren, Sektkorken knallen, es wird gelacht und gescherzt, und von der Terrasse weht der Geruch gegrillten Wildlachses auf Zedernholzbrettern herüber – belegt mit geklopftem Zitronengras.

Es ist der 31. Oktober.

Halloween.

Selbst im Pfarrbrief hat man die Titelseite dem Phänomen gewidmet. Es sei doch eine Schande, dass die traditionellen christlichen Bräuche an Bedeutung verlören, während so blöde, unverbindliche, Spaß machende und mit kommerziellem Interesse verbundene Amibräuche sich durchsetzten.

Ganz unrecht hat der Pfarrer nicht, aber für uns geht es eher um eine Gelegenheit, eine Party zu schmeißen, gut auszusehen und die Kinder für ein paar Stunden loszuwerden.

Unser Mäxchen ist mit den Kindern der Müllers, der Hansens, der Meiers und der Hensslers unterwegs; allesamt verkleidet als Zombies, Vampire, Hexen, Monster, Piraten, Attentäter, Landstreicher oder Grufties.

Meinen Vorschlag, als Banker, Versicherungsvertreter oder Zahnarzt zu gehen – altehrwürdige Berufe –, hat unser Sohn kategorisch abgelehnt. Ich glaube, er hat nicht ganz verstanden, dass er sich damit hervorragend in all die Scharlatane, Mörder und Betrüger eingereiht hätte. Aber man muss den Kindern ja ihren Freiraum lassen. Individualitätsentfaltung ist wichtig, das bekommt man schon in der Krabbelgruppe eingebläut. Persönlichkeitsentwicklung. Als ob. Die Wahrheit sieht doch so aus: Wir sind, wer wir sind. Alles andere ist eine Erfindung von Psychoanalytikern, Priestern und Schriftstellern.

Trotzdem finde ich es natürlich toll, dass die Kids schon ihre eigene Persönlichkeit entfalten dürfen. Kann man nur unterstützen. Unser Stöpsel hat deswegen passend zum Kostüm ein echtes Springmesser mit poliertem Kirschholzgriff bekommen – Klingenlänge zehn Zentimeter, natürlich Stainless Steel. Wenn er die Klinge per Knopfdruck herausspringen lässt, sieht er damit aus wie ein echter Mafioso. Den bösen Blick hat er auch schon drauf.

Ich bin gespannt, ob er den Jungen der Müllers endlich erwischt. Ich habe ihm gezeigt, wo das Fleisch am weichsten ist und er die Klinge hineinrammen muss, um Müller junior einen Nierenstich zu verpassen.

Ich seufze wohlig, trinke meinen selbst gemachten Gewürzwein aus, erhebe mich aus dem Liegestuhl und trotte zum Kugelgrill, aus dessen Ritzen Rauch quillt; es duftet – wenn man den elenden Fischgestank aus dem müllerschen Anwesen ignoriert – zart nach Jack Daniel’s. Der Geruch stammt von den Holzchips, die aus alten Whiskey-Fässern hergestellt, dann eine Stunde vor dem Grillen in Wasser eingeweicht und kurz vorm Garpunkt direkt auf die Glut gegeben werden.

Perfekte Wertschöpfungskette sagen Betriebswirtschaftler dazu. Man verscherbelt die alten Fässer in gehäckselter Form an Grillanbeter und Holzkohlejunkies. Man verkauft uns Müll in edlen Verpackungen und druckt darauf: BBQ World Champion Wie-auch-immer-der-geile-Kerl-heißt schwört auf den Flavor! Sie werden es selbst erleben! Ihre Sinne werden in höhere Sphären katapultiert! Wir verleihen Ihrem Grillgut das einzigartige amerikanische Aroma!

Ich öffne die Abdeckung, und eine Rauchwolke quillt mir entgegen, hüllt mich ein wie Weihrauch den Priester. Ich inhaliere tief.

Jack Daniel’s.

Der Flavor.

Amerikanisch.

Geil.

Nachdem sich der Rauch verzogen hat, überprüfe ich die Sparerips. Sie sind dunkelbraun und kross und noch viel geiler. Nur ein wenig größer könnten sie sein, aber das ist schon in Ordnung. Es gibt ja Kartoffelsalat zu.

Auf jeden Fall haben die Müllers so etwas noch nicht gegessen. Ich werde bei jedem Bissen über die Thujahecke lächeln.

Ich brauche kein riesiges Feuer und auch kein Architektenhaus.

Ich habe meine Rache.

Ich rufe laut nach meiner Frau und verkünde fröhlich, dass die Rippchen fertig sind. Aus dem Augenwinkel bemerke ich die erhoffte Bewegung am Gartenzaun. Müller hat entweder die Rauchwolke des Grills entdeckt, meine Worte oder den köstlichen Duft vernommen, und späht jetzt zu uns in den Garten. Er fragt, was denn da so gut rieche.

Ich sage ihm, das sei das amerikanische Halloween-Hate-Vengeance-Special-Menü, und frage, ob er probieren möchte. Dabei schnappe ich mit der Grillzange ein Rippchen vom Rost und wedle damit einladend.

Klar, sagt er. Er sei für kulinarische Experimente immer offen. Er hätte erst vor Kurzem einen BBQ-World-Champion-Grillkurs bei Wie-auch-immer-der-geile-Kerl-heißt absolviert. Das Zertifikat hänge über dem Gästeklo neben dem Zertifikat für Tantra-Massagen mit Jojobaöl der Pornodarstellerin Wie-auch-immer-die-geile-Rosettenschnitte-heißt.

Ich nicke ehrfürchtig, hole einen Teller und schneide ihm einen Happen von den Rippchen ab.

Als er das Fleisch vom Knochen knabbert, lächle ich. Das warme Gefühl des Triumphes breitet sich in meiner Brust aus.

Was er wohl sagen würde, wenn er wüsste, dass er gerade seinen eigenen Vizsla verspeist, diesen vermaledeiten, kurzhaarigen, ungarischen Modejagdhund mit semmelgelbem Fell? Bestenfalls würde Herrn Müller das Rippchen im Hals stecken bleiben. Quer.

Ich erwäge, es ihm zu sagen, doch in dem Moment ertönt in der Ferne Sirenengeheul. Es nähert sich unserem Wohngebiet. Ein noch breiteres Lächeln erblüht auf meinem Gesicht.

Ich frage Müller, ob ihm das Fleisch munde.

Wie es sich gehört, nickt er kennerhaft. Es sei prall gewürzt, stellt er kauend fest, die Lippen und Finger fett- und gewürzverschmiert. Ob das Bockshornklee sei, will er wissen, während er seinen eigenen Hund verspeist. Himalayasalz? Oder woher käme dieses intensive Aroma?

Ich zwinkere mit aller Herzlichkeit.

Das bleibe mein Geheimnis, sage ich und kehre an den Grill zurück. Ich müsse mich nun um das Essen kümmern, denn die Kinder würden ja jeden Moment von ihrer Süßes-oder-Saures-Tour zurückkehren. Die hätten sicher einen Mordshunger.

Die Sirene wird lauter. Zuckendes Blaulicht schimmert auf den weißen Hausfassaden der Architektenhäuser der Müllers, der Hansens, der Meiers und der Hensslers.

Sie alle werden unruhig, flüstern, stehen auf, gehen auf den Gehsteig.

Ich nehme gelassen neben meiner Frau auf der Veranda Platz und reiche ihr einen Teller mit Vizsla-Sparerips. Sie schaufelt sich eine große Portion Kartoffelsalat mit gehobelten Gurkenscheiben dazu und macht sie sich heißhungrig darüber her.

Sie weiß, was sie da isst.

Und sie weiß, was die Sirenen bedeuten.

Unser Mäxchen hat den Bastard von Müller erwischt.

Während ich mich entspannt im Gartenstuhl zurücklehne, den Blick über den vom flackernden Feuer und Blaulicht erleuchteten Garten schweifen lasse, überlege ich, was ich nächstes Jahr an Halloween planen könnte.

Ich denke an den weiß und rot schimmernden Schwarm japanischer Kois im fußballfeldgroßen Gartenteich der Hansens.

Ob Mäxchen bis dahin wohl schon mit einer Handgranate umgehen kann?

© Timo Leibig, 18.10.2016

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 18. Oktober 2016 in Interviews & Mehr

 

Schlagwörter: , ,

Cody McFadyen

427148636_dd2fe19e08


REZENSIONEN

Smoky-Reihe
Die Blutlinie
Der Todeskünstler
Das Böse in Uns
Ausgelöscht
Die Stille vor dem Tod

Weitere
Der Menschenmacher



Cody McFadyen, geboren 1968, unternahm als junger Mann mehrere Weltreisen und arbeitete danach in den unterschiedlichsten Branchen. Der Autor ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt mit seiner Familie in Kalifornien.

Nachdem McFadyen mit 16 Jahren seine Highschool-Ausbildung abbrach, begann er, freiwillige soziale Arbeit zu leisten. So setzte er sich unter anderem für Selbsthilfegruppen und bei der Drogenberatung ein und trat mehrere Weltreisen an. Er arbeitete danach in unterschiedlichen Branchen, wie etwa als Webseiten-Designer, bevor er sich mit 35 Jahren ganz der Tätigkeit als Schriftsteller widmete. Sein erster Roman Die Blutlinie um die Protagonistin Smoky Barrett fand internationale Anerkennung. Ihm folgten drei weitere Romane mit der gleichen Protagonistin.


BÜCHER

 


 
Ein Kommentar

Verfasst von - 4. Juli 2016 in Interviews & Mehr

 

Schlagwörter: , ,

 
%d Bloggern gefällt das: